, Egli Roman

Zertifikationspflicht auf dem Buckel der Gastronomen

Der Bundesrat hat heute über die weiteren Massnahmen in Sachen Corona orientiert

-         Zertifikatspflicht für Innenräume: Im Innern von Restaurants und Bars gilt ab Montag eine Zertifikatspflicht. Auf Terrassen hingegen ist kein Zertifikat nötig, ebenso nicht in Gassenküchen. Auch der Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Zoos, Fitnesscenter, Kletterhallen, Hallenbäder, Aquaparks, Billardhallen oder Casinos wird auf Personen mit einem Zertifikat eingeschränkt.

-         Zertifikatspflicht für Veranstaltungen im Innern: An Veranstaltungen in Innenräumen gilt ebenfalls eine Zertifikatspflicht (Konzerte, Theater, Kino, Sportveranstaltungen, Privatanlässe wie Hochzeiten in öffentlich zugänglichen Lokalen). Aus Gründen des Grundrechtsschutzes ausgenommen sind religiöse Veranstaltungen sowie Anlässe zur politischen Meinungsbildung bis maximal 50 Personen. Ausgenommen sind zudem Selbsthilfegruppen. Bei Veranstaltungen im Freien gelten die bisherigen Regeln: Für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen besteht eine Covid-Zertifikatspflicht, Organisatoren von kleineren Veranstaltungen im Freien können entscheiden, ob der Zugang auf Personen mit Zertifikat eingeschränkt wird. Bei privaten Veranstaltungen in privaten Räumen bis 30 Personen gilt keine Zertifikatspflicht.

Diese Massnahmen treten per Montag, 13. September 2021 in Kraft. Die Massnahmen sind aktuell bis zum 24. Januar 2022 befristet

 

Bemerkung: 

Der neuste Bundesrätliche Entscheid ist ein weiterer Beweis, dass Massnahmen willkürlich getroffen werden. Am 17.8.2021 also nach Abschluss der Sommerferien waren die laborbestätigten Hospitalisationen 0.89 Fälle / Tag pro 100'000 Einwohner. Diese Zahl fällt seither stark und ist bis 4.9.2021 auf rund 0.4 Fälle / Tag gesunken. (Quelle: BAG – Stand: 08.09.2021)

Weniger Hospitalisationen werden mit ca. 2-3wöchiger Verzögerung auch die Auslastung der Intensiv-Pflegebetten und somit der Spitäler bewirken. Genau diese Entwicklung kann bereits jetzt beobachtet werden. So hat der Kanton St. Gallen heute eine Auslastung von gerade einmal 72.9% ( Quelle: KSD – Stand: 08.09.2021) die vom Preisüberwacher geforderte Auslastung von 85% wird also deutlich unterschritten. Die gesamtschweizerische Auslastung beträgt heute 78.7% der IS-Betten.

Dass der Bundesrat nun zu diesen weiteren Massnahmen greift, ist ein Hohn gegenüber allen betroffenen Betrieben. In-Lokale in den Städten können profitieren und werden gerne als Musterbeispiel herangezogen. Sie können ihre Lokale mit 100% Auslastung betreiben. Es hat genug Gäste, um den Betrieb zu füllen.

Die ganze Sache sieht auf dem Land aber grundsätzlich anders aus. Der Durchschnitts-Gast wird keinen kostenpflichtigen Test abliefern, nur um in ein solches Lokal gehen zu können. Die Auslastung dieser Lokale wird drastisch einbrechen und wird diese Lokale, welche, um zu überleben alle Gäste benötigen, an den Rand des Ruins bringen.

Wie kann es der Bundesrat verantworten, Millionen von Bürgern zu diskriminieren und Betriebe zu schliessen, nur um die geforderte Impfquote erreichen zu können? Dies alles aus einer Faktenlage, welche statistisch als falsch zu bezeichnen ist.